Studiengang
Studiengang Rettungsingenieurwesen
Entstehung
Der Studiengang Rettungsingenieurwesen wurde im WS
2001/2002 bei der Fachhochschule Köln in der Fakultät für Anlagen,
Energie- und Maschinensysteme (Fakultät 09) eingeführt. Hierbei handelt
es sich um einen 7 semestrigen Studiengang, wobei das 5. Semester als
Praxissemester vorgesehen ist. Der gleichnamige Master-Studiengang
umfasst weitere drei Semester.
Bedarf
Im Bereich der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr
und Sicherheit, mit den Elementen operative Gefahrenabwehr, vorbeugende
Gefahrenabwehr und Sicherheitstechnik, ergeben sich eine Vielzahl von
technischen, medizinischen und organisatorischen Aufgaben. Gleichzeitig
wachsen die Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit rasant.
Aufgrund finanzieller Zwänge und kritischer Ressourcen müssen
entsprechende Lösungen effizient gestaltet werden.
Steigende Komplexität, ökonomische Zwänge und zeitkritische
Problemstellungen erfordern eine interdisziplinäre und umfassende
Ausbildung für das Personal in der Gefahrenabwehr. Der Studiengang
Rettungsingenieurwesen trägt diesen Anforderungen Rechnung. An der
Fachhochschule Köln werden nachhaltig die hochqualifizierten
Führungskräfte der Zukunft ausgebildet.
Inhalt
Der Studiengang Rettungsingenieurwesen an der FH
Köln ist ein Ingenieurstudium, dass sowohl im Bereich der operativen
Gefahrenabwehr als auch in der Gefahrenvorsorge angesiedelt ist,
teilweise auch Elemente aus der Sicherheitstechnik enthält, und damit
nahezu den gesamten Bereich der Gefahrenabwehr und Sicherheit abdeckt.
Er umfasst alle technischen und organisatorischen Elemente der
Gefahrenabwehr, die sich mit der Rettung von Menschen, mit technischer
Hilfeleistung, dem Bevölkerungsschutz, dem Schutz kritischer
Infrastrukturen, der Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie mit dem
Krisen- und Katastrophenmanagement beschäftigen.
Da für die Arbeit in diesen Bereichen ein besonders vielfältiges, und
gleichermaßen spezifisches Wissen notwendig ist, wurde der Studiengang
Rettungsingenieurwesen interdisziplinar gestaltet. Dieses Fachwissen
baut auf mathematisch-naturwissen-schaftlichen, sowie
Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen auf.
Der Studiengang gliedert sich in die zwei Studienrichtungen
Rettungsingenieurwesen und Brandschutzingenieurwesen, welche zum 4.
Semester von den Studierenden gewählt werden.
Studienrichtung
Brandschutzingenieurwesen
Im Mittelpunkt der Studienrichtung
„Brandschutzingenieurwesen“ steht die Gefahrenvorsorge. Kernthema ist
der Brandschutz, ergänzt um die Themen Bevölkerungs- und Umweltschutz,
Schutz kritischer Infrastrukturen, Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie
einzelnen Elementen aus dem Bereich der Sicherheitstechnik.
Die Lehrveranstaltungen im Bereich „Brandschutz“ orientieren sich an
den Aussagen des Grundlagendokumentes Brandschutz der Europäischen
Gemeinschaft von 1994. Danach sind Ingenieurmethoden für die
Brandsicherheit ein Ansatz zur Anwendung ingenieurmäßiger Grundsätze
zur Bewertung des erforderlichen Brandsicherheitsniveaus und zur
Bemessung und Berechnung der notwendigen Schutzmaßnahmen.
Die verstärkte Anwendung wissenschaftlicher und praxisorientierter
Methoden und Werk-zeuge, z.B. von Simulationsmodellen zur Beschreibung
des Ausbreitungsverhaltens von luftgetragenen Schadstoffen, hat auch
die Gefahrenvorsorge im Bereich der Naturereignisse sowie großer
technischer Anlagen- und Transportrisiken stark verändert. Einen
erheblichen Einfluss hat dabei die zunehmende Globalisierung und
Vernetzung, z. B. im Hinblick auf die Verwundbarkeit durch IT-Risiken.
Der Bevölkerungsschutz und der Schutz kritischer Infrastrukturen sind
wesentliche Elemente im Gesamtkonzept der nationalen
Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland. Insbesondere das
Notfall-/Katastrophenvorsorgesystem hat sich seit den Anschlägen vom
11. September 2001 in den USA und insbesondere nach der Elbeflut im
August 2002 gewandelt. Gefahrenvorsorge allein auf Basis von
"technischen" Maßnahmen ist jedoch im Hinblick auf die Bedrohungslagen
nicht ausreichend. Die Behandlung von organisatorische Maßnahmen und
sowie entsprechender Risikomanagementsysteme (Umwelt-,
Arbeitssicherheits-, Sicherheitsmanagement) runden daher das Lehrprofil
ab.
Warum Ingenieursstudiengänge?
Es wurde immer wieder die Frage gestellt, warum der
Studiengang Rettungsingenieurwesen als Ingenieursstudiengang konzipiert
wurde und nicht als „Organisations- oder Managerstudiengang“. Bei
diesem Studiengang sollen die technischen Inhalte im Vordergrund
stehen. Die weiteren, fachübergreifenden Kompetenzen und Fähigkeiten
müssen auf einer soliden technischen Ausbildung aufsetzen. Hier gehört
zu der technischen Ausbildung auch der Erwerb der Fähigkeit, Probleme
zu erkennen, zu analysieren und dafür Lösungsansätze zu entwickeln.
Gerade diese Fähigkeit ist in einer sich rasch ändernden Umwelt mit
ständig neuen Aufgaben und Problemen unabdingbar.
Arbeitsfelder:
Die bisherigen Aboslventinnen und Absolventen des
Studienganges arbeiten in den folgenden Bereichen:
- Feuerwehren und Technisches Hilfswerk
- Hilfsorganisationen,
Rettungsdienstorganisationen und Unternehmen
- Behörden und Ämter der Gefahrenabwehr
- Krankenhäuser
- Krankenkassen und Versicherungen
- Industrie mit Gefahrenpotential
- Unternehmen / Büros , welche sich auf
Gefahrenabwehrmaßnahmen spezialisiert haben
- Forschung und Entwicklung
- Anlagensicherheit, Sicherheitstechnik,
Arbeitsschutz und Brandschutz
- Logistik
- Projektmanagement